Rückblick MGV-Radtour 2019

MGV1840 Radl-Tag mit Heimatgeschichte…

Am Sonntag, den 19. Mai startete der MGV 1840 wieder seine beliebte Fahrradtour. Sie führte die Radler „In und um Lampertheim“, dieses Jahr mit geänderten Zielen und neuen „Fremdenführern“. Sie wurde zu einer heimatkundlichen Exkursion, erläutert in „Lombadda Bladd“.

 

Treffpunkt war um 13.30 Uhr am Europaplatz. Stadtarchivar Hubert Simon erzählte Interessantes über den Europaplatz (den Alt Lampertheimern evtl. auch bekannt unter Almendplatz), dem alten und neuen Rathaus und dem Stadthaus. Der Platz mit Rathaus und Kirche St.Andreas stellt den Mittelpunkt von Lampertheim dar, von dem sich der Ort mit Ober-und Unterdorf entwickelte. Erst 1897 erhielten die Kaiser-und Römerstraße (in Platt „Reemaschdrooß) ihre heutige Bezeichnung.  Im Anschluss übernahm Karl-Heiz (Kalle) Horstfeld, assistiert von Kerstin Zecher von den Lômbadda Babblern die weiteren Stationen. Detailliert besprochen wurden auch deren vielfältigen Aktivitäten um die „Lombada Sprooch“ in den Schulen und bei der Bevölkerung am Leben zu halten. Auch an ein heimatsprachliches Buch ist gedacht und an werbewirksame Ideen wie ein Kurzgeschichten-Wettbewerb ist auch im Gespräch.

 

Dann radelte Kalle mit uns „uff Lômbadda Bladd vum Kroddeloch bis ins Gaasenescht“. Dabei wurden verschiedene Zwischenstopps eingelegt. Erste Station – die Bahnunterführung beim Bruch. Hier war es vor allen Dingen Fritz Medert der noch kleine Histörchen von dem Gebiet erzählen konnte. „Kalle“ Horstfeld hatte zusätzlich die Örtlichkeiten auf Schildern in Mundart verewigt. Weiter ging’s zum „Kroddeloch“. Vor dem Krieg standen dort ausrangierte Eisenbahnwaggons im Umfeld und dienten vor dem Krieg als Behausung. Später wurden sie kurzerhand abgefackelt und durch Baracken ersetzt, - der eigentliche reguläre Baubeginn begann erst nach dem Krieg. Bei der nächsten Station beim Rastplatz an der Tuchbleiche wurde auch die Entstehungsgeschichte des großen Holzkreuzes eingegangen. Gespendet wurde es von Küfermeister Heinrich Metzner, Fritz Medert als Zeitzeuge war bei der Errichtung und beim Transport noch persönlich dabei.

 

Vorbei ging es anschließend am Fußball-Stadion, das gleich nach dem Krieg als ein Gefangenenlager diente zum „Alten Hafen“ beim Fährhaus. Hier wartete Marius Schmidt mit Erika Krämer schon auf die Radler, um über die Entstehung des Biedesands zu berichten. Wie die Namen „Welsches-Loch“ und „Fretter-Loch“ zustande kamen wurden auch erläutert. Vor der Rheinbegradigung war das Gebiet um Lampertheim immer hochwassergefährdet. Erika Krämer verlas zur Abrundung noch ein Mundartgedicht über die Schönheiten des Naturschutzgebietes. Auch der Vorsitzende des MGV1840 durfte sich als Kenner der „Lombadda-Sprooch“ noch mit einem Gedicht über den „Spargel-Suppen Kasper“ hervortun ehe die letzte Station das „Gaasenescht“ angefahren wurde. Die Gaststätte gibt es nicht mehr. Der Name resultiert aus der Historie, dass zugezogene Bischofsheimer arm waren und nur Ziegen halten konnten.

 

Nach so vielen Informationen traf sich die Runde abschließend beim Kreuzhofbauer um bei längerer Rast das Erlebte zu vertiefen. Dort stärkten sich die Teilnehmer und ließen den Abend ausklingen. Einstimmig wurde befunden, dass diese „etwas andere Radtour“ schön und lehrreich war. Ein Lob der Organisatorin Petra Steffan. 

 

 

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